DAS ARBORETUM SIMERIA

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KURZER RÜCKBLICK

ing. Flaviu POPESCU; dr.ing.Stelian RADU, ing. Corina COANDA

Forschungsinstitut für Forstwirtschaft - Station Simeria

Vor fast 300 Jahren entsteht am linken Ufer des Muresh das, was heute von anerkannten Fachleuten als „ein nationales Denkmal der Parkgestaltung" und zugleich als älteste und bedeutendste Sammlung einheimischer und fremdländischer Gehölze in Rumänien angesehen wird - das ARBORETUM SIMERIA. Die aufgrund ihres Einmaligkeitswertes für das Nationalerbe zum Landschafts- und dendrologischen Schutzgebiet erklärte Anlage wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts durch die Umgestaltung der ursprünglichen Auwälder am Muresh im Stil der englischen Landschaftsparks geschaffen.Die ersten fremdländischen Gehölze wurden um Mitte des 18. Jh. eingeführt. In einer Arbeit von 1763 (der ältesten dokumentierten Erwähnung des Parks) wird von einer gepflanzten Kastanien-Allee (Aesculus hippocastanum) gesprochen und nach Berichten aus Arbeiten von 1860 führte man in der zweiten Hälfte des 18. Jh. die Robinie (Robinia pseudoacacia) ein - die wahrscheinlich ältesten Versuche mit dieser Art in unserem Land. Im Laufe der Geschichte gehörte der Park wechselnden adligen Familien ungarischer Abstammung (Gyulay, Kún, Fáy und Ocskay) und wurde auf weiblicher Linie weitervererbt. Im Zusammenhang mit zahlreichen angezeigten Zerstörungen und Beschädigungen von Gebäuden während der Revolution wird 1848 als Parkeigentümer Graf Kún genannt. Zwischen 1870 und 1880 wurden erste Entwürfe für den Park und die Gebäude erstellt und man begann, nach genauen Plänen, mit der Gestaltung der Anlage durch Einführung zahlreicher Arten aus Fernost und Nordamerika, auch mit Hilfe von Samentausch mit dem Ausland. Der Besitzer, der nach Graf Kún genannt wird, ist Bela Fáy, ein diplomierter Naturwissenschaftler und Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, der den Park mit fremdländischen Arten bereichert und einige wissenschaftliche Arbeiten zur Akklimatisierung der Arten durchführt. Nach 1918, als sich Bela Fáy in Simeria niederläßt, heiratet als Schwiegersohn Istvan Ocskay in die Familie ein - ein Künstler adliger Abstammung und viel Geschick, der den Park unter landschaftsgestalterischen Aspekten stark verbessert. Es ist möglich, daß die gesamte Konzeption des Parks von bekannten Landschaftsgestaltern dieser Zeiten stammt, jedoch werden diese Arbeiten nirgends erwähnt. Lediglich zwischen 1924 und 1938 hat offenbar Ludwig Bucek aus Deutschland als Gärtner hier gearbeitet.
Nach der Nationalisierung 1949 wird der Park unter die Verwaltung des Forstamts Simeria (Ocolul Silvic) gestellt, das 1952 zum Versuchs-Waldbezirk erklärt wird. Die 1954 gegründete Forstliche Forschungs- und Versuchsstation Simeria übernimmt später den dendrologischen Park als Materialgrundlage. Auf Vorschlag der Kommission für Naturdenkmäler (H.C.M. 518/1954) wird der Park gesetzlich geschützt und erhält den Status eines „Naturdenkmals" (Dendrologisches Schutzgebiet). Die von den Alteigentümern geerbte Gehölzsammlung umfaßte 250 taxonomische Einheiten - heute sind es 2165. Zweifellos demonstrieren das Landschaftsbild, der Architekturstil sowie die Bedeutung - in Bezug auf die Geschichte als auch hinsichtlich der Mannigfaltigkeit der Artensammlung - den historisch prägenden und ständigen Einsatz der ehemaligen Besitzer für die Landschaftsgestaltung und bei der Einführung seltener fremdländischer Arten. Neben den dankenswerten Verdiensten der früheren Eigentümer, welche den Park über zwei Jahrhunderte aufbauten, bewahrten und entwickelten, müssen aber auch die Verdienste der Forstverwaltung erwähnt werden, insbesondere des ICAS (Forschungsinstitut für Forstwirtschaft Bukarest) und von Prof. I. Popescu Zeletin, welche dieses botanische Kleinod vor der Zerstörung bewahrten.
Die 1954 auf dem Gelände des Arboretums gegründete Forstliche Forschungs- und Versuchsstation Simeria leitete von Anfang an umfassende Schutz-, Verbesserungs- und Entwicklungsmaßnahmen ein - insbesondere zur Erhaltung und Verbesserung der Landschaft, Bereicherung der Gehölzsammlung, Durchführung von Pilotpflanzungen mit fremdländischen Arten von forstlichem Interesse, Erweiterung der Akklimatisierungs- und Selektionsarbeiten und nicht zuletzt zur Schaffung einer leistungsfähigen Materialbasis für die Vermehrung von Forst- und Ziergehölzen - sowohl für den Eigenbedarf des Arboretums als auch für andere Parks und Botanische Gärten sowie für die Erweiterung und Entwicklung städtischer Grünflächen.Der dendrologische, forstliche und landschaftliche Wert sowie die Bedeutung für Bildung und Erholung dieses nationalen, ja internationalen Kulturerbes wurde von zahlreichen Wissenschaftlern im In- und Ausland, die es in den letzten vier Jahrzehnten besuchten, bekräftigt und bescheinigt.
""Der Sinn dendrologischer Parks ist von einzigartiger Bedeutung für die Wissenschaft und die nationale Wirtschaft, auch wenn die Öffentlichkeit Parks in erster Linie als Zierde und Vergnügungsstätten betrachtet. Der herrliche Park von Simeria erfüllt seit vielen Jahrzehnten diesen Auftrag und entwickelte sich in letzter Zeit zu einer forstlichen Forschungsstation ersten Ranges.
Die majestätischen und alten Bäume liefern einen unübertroffenen ästhetischen Eindruck, eingebettet in die natürliche Auenlandschaft, verbunden mit einer eleganten Gartengestaltung. […] Ein Besuch dieses wissenschaftlichen Werkes, des Ergebnisses eines jahrzehntelangen "magnum experimentum" " ist anschaulich und erfrischend. Die kürzlich erweiterten und perfekt gepflegten Baumschulen sind eine Garantie für den Fortbestand eines derartigen Parks, der bis heute unsere Botanischen Gärten und öffentlichen Grünanlagen mit wertvollen Arten erneuert und bereichert und der auch in Zukunft einen wertvollen Beitrag für den Aufbau unserer Wälder leisten will." "
Diese gehaltvollen und interessanten Sätze stammen von einem Wissenschaftler ersten Ranges - Prof. Alexandru Borza. Sie haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt und sind ein authentisches Zeichen der Entwicklung des Arboretums.
     

Übersetzung: Edith Toth, Dorothea Fröhlich, Jan Dobbelmann

Fotos: Radu Stelian, Corina Coanda, Jan Dobbelmann, Ovidiu Iordan

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